Auswertungs-Guide für den Desire-Test
Dieses Dokument ist ein ausführlicher Erklärungs-Guide, der von der finalen Ergebnisseite des Desire-Tests verlinkt ist. Er wurde erstellt, um die tieferen Bedeutungen zu erklären, die nicht auf eine einzige Ergebniskarte passen, und um dir zu helfen, deinen Ergebnis-Code noch besser zu verstehen.
Dieser Test ist nicht dazu da, dich in eine Schublade zu stecken und zu sagen: "So eine Persönlichkeit hast du"! Er ist darauf ausgelegt, die Prioritäten deines Lebens zu lesen, indem er beobachtet, was du in einem Krisenmoment als Erstes beschützt und was du bis ganz zum Schluss aufschiebst.
Selbst ein und dieselbe Person kann je nach Situation unterschiedlich handeln! Unsere allerersten Reaktionen in dringenden Momenten offenbaren jedoch oft unsere unterbewussten Maßstäbe. Dieser Test liest genau die Reihenfolge dieser Maßstäbe.
Wie der Desire-Test funktioniert
Der Desire-Test verwendet vier Symbole. Diese vier Symbole stellen psychologische Achsen dar, die zeigen, was du im Leben vorrangig beschützt, und nicht nur deine oberflächlichen Vorlieben.
L = Love (Liebe)
Steht für emotionale Bindung, Schutz, Fürsorge und den Wunsch, Beziehungen nicht zu verlieren.
M = Money (Geld)
Wird im Test als 'Reis' dargestellt und bedeutet Überleben, Realitätssinn, Verlustvermeidung und die Haltung, das eigene Lebensfundament zu sichern.
P = Power (Macht)
Steht für das Verlangen, sich Einfluss, Anerkennung, Reaktionen und soziale Kontrolle zu sichern.
D = Door (Ehre/Grenzen)
Steht für Schwellen, Grenzen, Reputation und die Maßstäbe, nach denen du entscheidest, wer in deinen inneren Kreis eintreten darf.
Der wichtige Punkt ist, dass diese vier Achsen kein Persönlichkeits-Label sind, sondern eine Prioritätenstruktur. Deshalb sagt der Desire-Test nicht: „So ein Mensch bin ich“, sondern er zeigt: „Das beschütze ich in einer Krise als Erstes.“
Bedeutung der Test-Ergebniscodes
Der Ergebnis-Code besteht aus vier Buchstaben. Wenn du zum Beispiel LMPD bist, bedeutet das: Du beschützt zuerst die Liebe, kümmerst dich dann um Stabilität und Realität, achtest danach auf Einfluss und Reaktion und schiebst Stolz und Grenzen ganz ans Ende. Diese Reihenfolge ist nicht einfach nur eine Liste von Vorlieben.
Erster Buchstabe
Dein absoluter Spitzenwert; der Wert, an den sich dein Unterbewusstsein in einer Krise als Erstes klammert.
Zweiter Buchstabe
Das sekundäre Hilfsmittel oder die Strategie, die herangezogen wird, um die Priorität Nummer 1 zu schützen.
Dritter Buchstabe
Ein Wert, der dir wichtig ist, dessen Priorität bei einer dringenden Reaktion jedoch zurückgestellt wird.
Vierter Buchstabe
Ein Wert, der definitiv in dir existiert, aber als Allerletztes aktiviert wird.
Deshalb fallen die Ergebnisse selbst innerhalb derselben „L“-Gruppe unterschiedlich aus. LMPD nutzt beispielsweise Stabilität und Managementsysteme, um die Liebe zu schützen, während LPDM sich eher in Richtung Einfluss und Kontrolle anstatt Stabilität und Realität bewegt, um die Liebe zu bewahren. Auch wenn der erste Buchstabe gleich ist, kann dein Verhaltensmuster völlig unterschiedlich sein.
Wie die 24 Ergebnisse entstehen
Nemorami ordnet die vier Symbole an, um insgesamt 24 Codes zu erstellen. Das bedeutet, dass dieser Test einen Menschen nicht nur anhand seiner ersten Priorität beurteilt.
Selbst wenn Liebe an erster Stelle steht, ändert sich die Art und Weise, wie du Beziehungen schützt, enorm – je nachdem, ob an zweiter Stelle Stabilität, Einfluss oder Grenzen stehen. Aus diesem Grund sollten die Ergebnisse von Nemorami nicht als „gut/schlecht“-Urteil betrachtet werden, sondern am besten als eine Struktur sich wiederholender Verhaltensmuster gelesen werden.
L-Gruppe: Menschen, bei denen die Liebe an erster Stelle steht
Die L-Gruppe besteht aus Personen, die Beziehungen und emotionale Bindungen über alles andere stellen. Sie neigen dazu, zu fühlen, dass ihre eigene Existenz erschüttert wird, wenn eine Beziehung ins Wanken gerät.
LMPD | Kontrollierende Obsession
Starker Wunsch, die Liebe zu schützen, aber die Unfähigkeit, Ängste zu ertragen, führt oft dazu, dass die Beziehung gemanagt und kontrolliert wird. Wenn sich Fürsorge und Kontrolle vermischen, kann sich das für den Partner eher wie Druck als wie Zuneigung anfühlen.
LMDP | Bequemer Pragmatiker
Ein Typ, der Veränderungen und Wachstum aufschiebt, sobald eine Beziehung und ein Minimum an Stabilität gesichert sind. Die Kraft, in einer sicheren Beziehung zu bleiben, ist groß, aber die Gewohnheit kann das persönliche Wachstum stoppen.
LPMD | Emotionaler Tyrann
Schätzt die Liebe, neigt aber dazu, eigene Wunden als Waffe zu nutzen, um die Kontrolle über die Beziehung zu übernehmen. Je stärker das Bedürfnis nach Bestätigung, desto eher wird der Partner auf die Probe gestellt.
LPDM | Verantwortungsloser Romantiker
Große Gefühle und Ideale, aber praktische Verantwortlichkeiten werden gerne aufgeschoben. Reagiert schnell auf die Leidenschaft der Liebe, schwächelt aber oft in den Phasen der Pflege und Verantwortung.
LDMP | Beziehungsabhängiger
Die Angst vor dem Alleinsein ist groß, weshalb eigene Grenzen eingerissen werden, um eine Beziehung nicht zu verlieren. Die Fähigkeit, sich dem Partner anzupassen, ist hoch, aber dabei verliert man leicht sich selbst aus den Augen.
LDPM | Aufopferungsvoller Märtyrer
Ein Typ, der versucht, Liebe durch Ausharren und Aufopferung zu beweisen. Nach außen hin liebevoll, aber unausgesprochene Erwartungen können sich anstauen und irgendwann explodieren.
M-Gruppe: Menschen, bei denen Stabilität und Überleben an erster Stelle stehen
Die M-Gruppe betrachtet Überleben, Effizienz und Verlustvermeidung vor den Emotionen. Sie neigen dazu, Beziehungen eher als eine Struktur von Management und Erhalt zu verstehen, statt als rein emotionalen Raum.
MLPD | Trockener Rechner
Da Gewinn und Verlust vor den Emotionen berechnet werden, neigen sie dazu, auf Distanz zu gehen, je näher man sich kommt. Stark darin, Verluste zu vermeiden, verpassen aber leicht die Wärme einer Beziehung.
MLDP | Sicherer Pragmatiker
Ein Typ, der sich erst öffnen kann, wenn Stabilität gewährleistet ist. Vorsichtig und realistisch, aber wer zu lange rechnet, verpasst oft den richtigen Moment, um seine wahren Gefühle zu zeigen.
MPLD | Materialistischer Aufsteiger
Neigt dazu, Menschen nach Bedingungen und Nutzen zu bewerten statt nach Emotionen. Proaktiv in Beziehungen, die Chancen und Wert erkennen lassen, aber das Kalkül ist oft schneller als das Herz.
MPDL | Die Maschine
Überragend in Problemlösung und Effizienz, kann aber Beziehungen auslöschen, indem Emotionen als ineffizient behandelt werden. Funktioniert beruflich hervorragend, verfehlt aber leicht das menschliche Herz.
MDLP | Pragmatischer Vermittler
Versucht, Harmonie zu wahren, aber die wahren Maßstäbe liegen näher am Eigeninteresse. Hat die Fähigkeit, Konflikte zu reduzieren, kann aber in tiefen Beziehungen den Eindruck erwecken, berechnend zu sein.
MDPL | Menschlicher Scanner
Ein Typ, der an der Tür der Beziehung bewertet und blockiert, wenn die Standards nicht erfüllt sind. Ausgezeichnete Selektionsfähigkeit, verschließt aber oft auch genau den Raum, in dem Intimität wachsen könnte.
P-Gruppe: Menschen, bei denen Einfluss und Anerkennung an erster Stelle stehen
Die P-Gruppe strebt danach, sich zuerst Anerkennung, Reaktionen und Kontrolle zu sichern. Sie finden oft mehr Sicherheit darin, die Oberhand zu haben, als einfach nur geliebt zu werden.
PLMD | Bühnendiktator
Ein Typ, der sich nur sicher fühlt, wenn er im Mittelpunkt der Beziehung steht. Verwechselt Lob und Aufmerksamkeit leicht mit Zuneigung, was die Beziehung in eine Bühne verwandeln kann.
PLDM | Applaus-Süchtiger
Starke Neigung, die eigene Existenz durch die Reaktionen anderer zu bestätigen. Strahlt, wenn er Aufmerksamkeit bekommt, aber die Angst wächst, wenn die Reaktionen nachlassen.
PMLD | Erfolgs-Süchtiger
Fühlt sich nur in siegreichen Beziehungen sicher und versucht, die Oberhand zu behalten. Stark in Leistung und Wettbewerb, aber gleichberechtigte Intimität kann Ängste auslösen.
PMDL | Elite-Maschine
Versucht, selbst Liebe durch Ergebnisse und Bewertungen zu beweisen. Die Kompetenz ist unbestritten, aber das Einfordern von Leistung in Beziehungen kann den Partner erschöpfen.
PDLM | Image-Süchtiger
Ein Typ, der großen Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild und seinen Ruf legt. Gut darin, Beziehungen zu schaffen, die gut aussehen, aber das Verbergen der wahren Gefühle kann das Vertrauen schwächen.
PDML | Maskierter Machthaber
Neigt dazu, den Fluss eher durch Atmosphäre und Ruf zu steuern, als durch direkte Konfrontation. Nach außen hin reibungslos, aber innerhalb der Beziehung wirkt eine starke indirekte Kontrolle.
D-Gruppe: Menschen, bei denen Stolz und Grenzen an erster Stelle stehen
Die D-Gruppe berechnet zuerst, wer eintreten darf und wie viel sie zulassen. Für sie ist nicht die Intimität an sich das Wichtigste, sondern wie sie ihre Schwellen und Grenzen beschützen.
DLMP | Fatalistischer Zuschauer
Neigt dazu, Entscheidungen hinauszuzögern und darauf zu warten, dass die Situation für ihn entscheidet. Vermeidet große Konflikte, spürt aber den hohen Preis der Nicht-Entscheidung oft zu spät.
DLPM | Realitätsflüchtling
Ein Typ, der sich mehr zu neuen Reizen und anderen Möglichkeiten hingezogen fühlt, als zur gegenwärtigen Unbequemlichkeit. Wechselt häufig die Schwellen und zieht weiter, erkennt aber oft erst nach dem Verlassen, was wertvoll war.
DMLP | Zögerlicher Rechner
Ein vorsichtiger Typ, der Entscheidungen zurückhält, bis absolute Gewissheit besteht. Das Urteilsvermögen ist akribisch, aber durch zu spätes Handeln werden oft Chancen verpasst.
DMPL | Leerer Idealist
Große Worte und Ideale, aber Umsetzung und Verantwortung werden gerne nach hinten geschoben. Hat die Fähigkeit, die Zukunft wunderbar zu beschreiben, aber es mangelt oft an der Kraft, in der Realität Fuß zu fassen.
DPLM | Oberflächlicher Netzwerker
Stark darin, breite Verbindungen zu knüpfen, aber schwach darin, tiefe Beziehungen einzugehen. Klopft an viele Türen, schafft es aber oft nicht, eine Tür zu bauen, an der er lange bleiben kann.
DPML | Opportunist
Ein schnell anpassungsfähiger Typ, der seine Haltung je nach Situation und Machtgefüge anpasst. Die Anpassungsfähigkeit an die Realität ist hervorragend, aber das Vertrauen in der Beziehung kann leiden, wenn Vorteile vor Aufrichtigkeit gestellt werden.
Was du beim Lesen deiner Ergebnisse unbedingt beachten solltest
1. Dieses Ergebnis ist kein Persönlichkeits-Label: Der Ergebnis-Code soll dich nicht in einem einzigen Satz definieren. Er ähnelt eher einer Referenzkarte, die die Richtung von Entscheidungen zeigt, die du bisher wiederholt getroffen hast.
2. Eine Interpretation nur anhand der Priorität Nr. 1 ist ungenau: Nur weil L an erster Stelle steht, heißt das nicht, dass alle warmherzig und hingebungsvoll sind. Die Art und Weise, wie Beziehungen behandelt werden, ändert sich drastisch, je nachdem, ob als Nächstes M (Stabilität/Überlebensbasis), P (Einfluss) oder D (Grenzen) folgt.
3. Auch die letzte Priorität ist wichtig: Die 4. Priorität ist kein unwichtiger Wert, sondern der Wert, der als Letztes aktiviert wird. Je mehr das Leben also ins Wanken gerät, desto eher können im Bereich deiner 4. Priorität wiederkehrende Schäden oder Reuegefühle entstehen.
4. Unterteile nicht in gute und schlechte Typen: Jeder Typ hat sowohl Stärken als auch Schattenseiten. Stärken zeigen sich als Beschützerinstinkt, Realitätssinn, Tatendrang und Grenzgefühl, während sich Schwächen in Obsession, Berechnung, Dominanz und Vermeidung verzerren können.
Fragen, um die Ergebnisse besser zu nutzen
Nachdem du dein Ergebnis gelesen hast, solltest du über die folgenden Fragen nachdenken:
Welcher „Wert“ ist dir am wichtigsten?
- Wenn das Leben in eine Krise gerät: Welchen „vorrangigen Wert“ klammert dein Unterbewusstsein zuerst fest?
- Schützt dich diese Wahl wirklich, oder stößt sie wertvolle Beziehungen eher weg?
- War deine zweite Wahl ein Weg, das Problem zu lösen, oder ein „Schild“, um deine innere Angst zu verbergen?
- Sind die Reuegefühle, die in deinem Leben besonders schmerzen, nicht mit jenem „vierten Wert“ verbunden, den du bisher ignoriert hast?
Die Beantwortung dieser Fragen macht deinen Ergebnis-Code zu weit mehr als nur einem Spiel – er wird zu einem Werkzeug, um deine eigenen Verhaltensmuster zu verstehen.